Herzlichen Willkommensgruß all jenen aufmerksamen Freunden NewWorld’sEves und denen, die sich “dank” meiner ausgefeilten, fürs wahllos-Klicks-anziehen ausgelegten, Tagstrategie hierher verirrt haben. Nach langem hin-und-her und neinjadochs in anhaltenden Diskussionsrunden mit mir selbst habe ich mich hiermit entschlossen, Euch allen, werte Herren, Damen und Mischungen aus Beidem, meine persönliche, subjektive und wissenschaftlich ganz und gar haltlose Definition des Begriffs “links” zu präsentieren.
Das Problem an dieser Aufgabe ist zweigeteilt: erstens werde ich wahrscheinlich aufhören zu schreiben, bevor ich wirklich alles geschrieben habe, was ich möchte, zweitens werde ich mich bis dahin unausreichend erklären, wobei dies wiederum in der Natur der Sache liegt: für mich ist linkssein ein Gefühl, keine Entscheidung für die ich mich bewusst entschieden habe… aber dazu später (gaaaanz eventuell zumindest) mehr.
Links ist kein Ideal, keine diskutierbare Theorie und vor allem keine Lebenseinstellung, die mit so Sachen wie Globalisierungsgegnerei, Ökostrom, Vegetarismus, Antiautoritärer Erziehung, politischer Korrektheit, alternativen Technologien/Treibstoffen/undsokram zu tun hat. Es ist schlicht eine Lebensweise und zwar eine Lebensweise jener Art, wie sie die wenigstens praktizieren, tolerieren, akzeptieren oder propagieren, die von sich selbst meinen links zu sein. Zum Beispiel wie jene verhämten Gestalten, die sich der bedingungslosen Hingabe an all jene Vokabeln verschrieben haben, die im drittletzten Satz aufgezählt wurden. Die sind nämlich alle gar nicht links, sondern hauptsächlich zu wohlhabend.
Meiner völlig rechtmäßigen (Art.1§1ff – für all diejenigen, die sowas brauchen) Ansicht nach kann man zum Beispiel den Großteil der linken Meinungsmacher einsperren, foltern, umbringen und post-mortem vergewaltigen ohne “die Linke” an sich zu verringern. Nicht das ich das tun wollen würde (nunja, zumindest meistens nicht) aber ich würde jetzt auch nicht groß jammern, wenn es passieren würde, schließlich würde es hauptsächlich jene treffen, die sich selbst als links bezeichnen, aber einen ausgeprägten Hang zum Reglementieren (Regeln schaffen/verstärken/akzeptieren/einhalten/gutheißen/verantworten/billigen/weitertragen/u.Ä.] haben, andere Menschen vorverurteilen und im Allgemeinen dafür verantwortlich sind, daß “die Linke” an sich nur noch als intellektueller Bullschitt für derangierte Pseudoweltverbesserernasen ohne Fußhalt in der wirklichen Welt, aber dafür mit zahllosen Semestern über der Regelstudienzeit wahrgenommen werden. Kurzum: als überflüssig.
Was nun also ist “links”?
Ahhh, sehr gute Frage, oh verehrenswerte Stimme aus dem Off!
Linkszusein bedeutet sein Leben zu leben ohne die Regeln anderer als in Stein gemeißelt zu verstehen (oder die eigenen Regeln, wenns darum geht).
Linkszusein bedeutet einzusehen, daß das Leben anderer 1. nicht das Eigene ist und 2. man nicht das Recht hat, über die Lebensführung eines Anderen zu bestimmen, sowie 3. genausoviel wert ist, wie das Eigene, egal, ob der Andere arm, reich, schwarz, weiß, gelb, braun, rot, grün, doof, religiös (wiederum egal inwiefern), Atheist, arbeitslos, obdachlos, beziehungslos, würdelos, endlos langweilig, viel zu stressig, ehrlich, falsch oderoderoder ist. Außerdem ist es links all jenen zu trotzen, die im speziellen Punkt 3. der eben aufgestellten Liste aber auch 1. und 2. nicht akzeptieren können und sich dafür einsetzen, daß eben jene Einsichten sich nicht durchsetzen, obwohl sie notwendig sind, um miteinander leben zu können.
Auch heißt es zu akzeptieren, daß dennoch niemand “gleich”, sondern jeder “anders” ist und man trotzdem versuchen muss, daß jeder die Möglichkeit bekommt, so wie er (oder sie natürlich) will zu leben. Linkszusein bedeutet Menschen nicht nach ihrer Herkunft, ihrem Alter, ihrem Beruf, ihrer Lebensführung oder ihrem Geruch zu beurteilen. Aber das heißt nicht, daß man all das an Menschen gutfinden muss – man muss sie nur gleich behandeln und zwar von sich aus, ohne sich dazu zu zwingen. Weil es richtig ist. Und damit sind wir auch schon bei einem Punkt, den ich an der sogenannten Linken nicht verstehe: den Zwang, etwas “angemessen” auszudrücken, namentlich die allseits beschworene “political correctness” der dogmatischen Linken. Das fängt bei so einem Blödsinn wie dem schwachsinnigen “Innen”-Endungen an und hört bei Perversionen wie “mit migrantischen Hintergrund (was für meine Ohren wie eine ansteckende Krankheit klingt)” auf. Ist es rassistisch “da war so ein Schwadder” zu sagen? Und wenn ja warum? (und ich meine nicht die Theorie, die besagt, daß solche Ausdrücke Rassismus mitverursachen, sondern konkret warum? Da war ein Typ, den ich nicht kenne, wir haben uns nicht unterhalten/kennengelernt oder sonstwas, er war nur in irgendeiner Situation, von der ich erzähle im Mittelpunkt und weil ich seinen Namen nicht weiß, sondern nur ein Bild von ihm im Schädel meines Gegenübers erzeugen möchte, sag ich “ein Schwadder” oder “ein breiter Schwadder” oder sowas – wie ich “ein Bayer” sage, wenn jemand komisch redet oder “ein Bulle”, wenn er Uniform trägt… – ist es wirklich weniger rassistisch “ein Afrodeutscher [womöglich "mit migrantischem Hintergrund"]” zu sagen? Aber ganz ehrlich: ist sowas nicht einfach egal? Ich mein, am Ende geht es darum, ob Du einen Schwarzen genauso behandelst, wie Du es bei einem Weißen tust – wir nehmen heutzutage solche Begrifflichkeiten viel ernster als zum Beispiel, wie sich Menschen gegenüber einander verhalten. Ich kann mir vorstellen [bzw. habe auch schon derartige Erfahrungen gemacht], daß sich Leute, die auf politisch korrektes Vokabular bestehen, gegenüber Schwarzen, Asiaten oder anderen Menschen anderer Herkunft als der eigenen betont anders verhalten – was ich persönlich Rassismus nennen würde. Am Ende zählt nicht, wie wir von anderen reden, sondern wie wir mit ihnen umgehen.)
Aber wo war ich stehengeblieben? Pfft.
Linkszusein heißt:
- nicht “Bild” zu lesen (oder anderen Mist vom Springer-Verlach)
- Autorität (insbesondere von Staat, Polizei oder im Allgemeinen “Organisationen”) in Frage zu stellen
- den Eingriff von (siehe letzter Punkt) ins eigene Leben zu verhindern/ignorieren/blöd zu finden.
- and stuff (grad Besuch bekommen, ich höre auf
DISKUSSION IN DEN KOMMENTAREN (also ihr, ich geb mich mit derartigem Kleinkram nicht ab
)
Und heute Abend?
www.wutzrock.de DRITTE WAHL (zu faul zum “linken”blöp)