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Schlagwort-Archive: freiheit

Herzlich willkommen, meine Damen, meine Herren, liebe Bayern, zum ersten (und höchstwahrscheinlich letzten, aber vielleicht auch nicht) Mal zu “Auf ein Bier (& viele Kippen) mit theohrt”, welcher wohl ich bin und in Ermangelung anderer Diskussionspartner hier die Show alleine schmeisst (die grammatikalische Diskrepanz von erster und dritter Person im vorhergehenden Satz ist gewollt, findet Euch damit ab).

Es geht mal wieder ein Sonntag zuende, und weil niemand mit gesundem Urteilsvermögen noch das “Wort zum Sonntag” schaut, sondern lieber Pornografie mit Posex, hier sozusagen mein “Wort zum Montag”, mein neues “Philosophier mit Bier” oder schlicht mein Kampf gegen das Aufmerksamkeitsdefizitssyndrom, das Schreiberlinger in der sogenannten Blogosphäre so umtreibt, ein weiteres Bollwerk gegen den Journalismus, die Literatur und allgemein dem “guten Geist” und per sofort auch gegen die “”…
Eine neue Arbeitswoche steht also ins Haus, da lohnt es sich nochmal über das geleistete, gedachte und verpasste der letzten nachzudenken, ohne eindeutige Schlüsse zu verbleiben und schließlich grübelnd keinen Schlaf zu finden, damit alles so bleibt wie es ist. Mein Kaffee ist alle, danke. Wem sowas interessiert: letzte Woche ging es um Koalitionsgespräche des Bösen mit der Niedertracht, dem Sarrazin sein Wackelpeterhirn und der bevorstehenden neuen Blütezeit der Satire; dem Kampf gegen die Krise, dem Kampf gegen den Reichtum der dritten Welt und den Möglichkeiten zur Wiedereinführung der Atomkraft (aber das war ja alles schon vorher so und doch hat es wiedermal niemand gewusst). Bullschitt also, aufrichtiges Desinteresse meinerseits, danke, wo ist die nächste Zigarette?
Was mich in meinem süperiösitären Geist jedoch umtreibt ist die Neugestaltung der Welt und der Menschheit an sich, die Rettung der Erde und der Kampf gegen die Lügen, Betrügereien und Blartz der Reichen und Mächtigen, die uns an jedem neuen Tag aufs Neue missbrauchen für ihre düsteren Machenschaften, die (wie immer) wahrscheinlich etwas mit der Wiederbelebung von Cthulhu (oder Christus, Mohammed und Dhalai Dingsbums) oder die Möglichkeit zur Verwüstung unserer letzten Hoffnungen auf ein wertes Leben beziehungsweise, das was wir darunter verstehen und natürlich: Fürzen zu tun haben (und sowas sollte man nicht unterschätzen).
Im Allgemeinen gilt jedoch: wir sind selbst Schuld.
Wir sind Schuld daran, daß Politiker unsere Freiheiten beschneiden und das auch noch vom Wähler belohnt wird, wir sind Schuld, daß die Erde von unserer Industrie zugrunde gerichtet wird, und wir sind auch Schuld, daß ein Erdbeben und/oder Tsunami, Sturm oder wasauchimmer (was böses jedenfalls) Samoa oder Surinam oder diese andere große Insel (oder Küstengegend) mit S verwüstet hat – weil wir es so wollten. Faulheit, Feigheit, Selbstzufriedenheit und Arroganz – das sind die Gründe, warum alles den Bach runtergeht und die Katastrophen, die dann in den Nachrichten landen sind nur die Symptome des Virus Mensch, dessen Teil wir alle sind. Amen.
Können wir was tun? Oh ja, na klar: ändert was. Das muss ja nichts großes sein: lest mal einen Tag NICHT was Poltically Incorrect so ausscheidet aus Seinem gigantischen After voller durch Pro-Amerika-Pro-Israel-verschleiertem Nazischeiss, kauft nie wieder die BILD, boykottiert die Produkte eines Großkonzerns (irgendeines Großkonzerns, nur seid mehrere dabei), trinkt weniger Alkohol und raucht Zigaretten, wo ihr es nicht dürft: all das hilft, glaubt mir und wenn nicht (also wenn ihrs nicht glaubt): beweist mir das Gegenteil. Zündet Porsches und Audis und Mercedesse und meinetwegen auch BMWs an, bekennt Euch aber nicht zur Tat (sonst ihr Hohlbratzen seid) und lasst die MoPo darüber spekulieren, was das alles zu bedeuten hat. Schmeisst ausnahmsweise mal nicht die Scheiben von McDo oder ner Bullenwache ein, sondern brennt die Hamburger Ausländerbehörde nieder oder die Redaktion des Spiegels. Oder fangt an, miteinander umzugehen, gewissenhaft und ungezwungen als sei Euer Gegenüber kein Fremder sondern ein entfernter Bekannter, den man zwar Siezt aber gerne sieht, egal wie beschissen seine Aussprache ist (und ob er Lederhose und Jägershütchen trägt – ja, selbst Bayern können Bekannte sein). Hört auf, Eurem freundlichen Umgang miteinander bestimmtes Verhalten (zB lt. Knigge) vorauszusetzen, oder Eurer Kommunikation miteinander sprachliche Regeln abzuverlangen (ja, isn Kernthema meinerseits) und – verdammte Scheisse nochmal – hört gefälligst auf Euch und Eure Gedanken so wahnsinnig Ernst zu nehmen – tendenziell isses doch eh alles Blödsinn. Wie das was ich von mir gebe, deshalb tu ichs ja auf WordPress und nicht vor Publikum.
Übrigens: das Wetter könnt ihr trotzdem nicht ändern, tut mir leid.
Macht den Fernseher aus und Euer Hirn einmal mehr an, als Normalerweise, hört auf Arme, Ausländer und Assoziale als Abschaum zu bezeichnen (wie es in Wald hinein schallt…) und tut wenigstens mal so, als ob es etwas wichtigeres als Geld, Besitz und Rechthaben gäbe… und werdet trotzdem keine Hippies, denn die stinken, sehn kacke aus und denken Mülldeponien auf Amrum.

Ich könnte mir auch vorstellen, über anderes nachzudenken:
Zum Beipiel: müssen wir den Dhalei Lhama (oder wie der geschrieben wird) gut finden, weil er debil grinst, schlauerscheinende asiatische Allgemeinplätze von sich gibt und Kalif sein will anstelle der Kalifen?
Müssen wir uns wirklich bei der GEZ anmelden, obwohl die (und deren Geldabnehmer) noch nie etwas sinniges für uns geleistet haben?
Müssen wir uns damit abfinden, daß der Lissabonner Vertrag durch ist, obwohl wir niemals selbst darüber entscheiden durften – uns schließlich aber daran halten müssen?
Müssen wir uns an Gesetze halten, die zwar von unseren gewählten Volksvertretern verabschiedet, deren Nutzen uns aber nie erklärt wurde?
Müssen wir wirklich wissen, wie es um Brangelina steht?
Müssen wir uns schuldig fühlen, weil wir wiedermal lieber einen Film über Bittorrent runtergelanden haben, anstatt wie velangt, dafür in irgendeiner Form Geld abzudrücken?
Was war zuerst, der Hahn oder die Kötel?

In diesem Sinne:
mein Bier ist leer.

Herzlichen Willkommensgruß all jenen aufmerksamen Freunden NewWorld’sEves und denen, die sich “dank” meiner ausgefeilten, fürs wahllos-Klicks-anziehen ausgelegten, Tagstrategie hierher verirrt haben. Nach langem hin-und-her und neinjadochs in anhaltenden Diskussionsrunden mit mir selbst habe ich mich hiermit entschlossen, Euch allen, werte Herren, Damen und Mischungen aus Beidem, meine persönliche, subjektive und wissenschaftlich ganz und gar haltlose Definition des Begriffs “links” zu präsentieren.

Das Problem an dieser Aufgabe ist zweigeteilt: erstens werde ich wahrscheinlich aufhören zu schreiben, bevor ich wirklich alles geschrieben habe, was ich möchte, zweitens werde ich mich bis dahin unausreichend erklären, wobei dies wiederum in der Natur der Sache liegt: für mich ist linkssein ein Gefühl, keine Entscheidung für die ich mich bewusst entschieden habe… aber dazu später (gaaaanz eventuell zumindest) mehr.

Links ist kein Ideal, keine diskutierbare Theorie und vor allem keine Lebenseinstellung, die mit so Sachen wie Globalisierungsgegnerei, Ökostrom, Vegetarismus, Antiautoritärer Erziehung, politischer Korrektheit, alternativen Technologien/Treibstoffen/undsokram zu tun hat. Es ist schlicht eine Lebensweise und zwar eine Lebensweise jener Art, wie sie die wenigstens praktizieren, tolerieren, akzeptieren oder propagieren, die von sich selbst meinen links zu sein. Zum Beispiel wie jene verhämten Gestalten, die sich der bedingungslosen Hingabe an all jene Vokabeln verschrieben haben, die im drittletzten Satz aufgezählt wurden. Die sind nämlich alle gar nicht links, sondern hauptsächlich zu wohlhabend.

Meiner völlig rechtmäßigen (Art.1§1ff – für all diejenigen, die sowas brauchen) Ansicht nach kann man zum Beispiel den Großteil der linken Meinungsmacher einsperren, foltern, umbringen und post-mortem vergewaltigen ohne “die Linke” an sich zu verringern. Nicht das ich das tun wollen würde (nunja, zumindest meistens nicht) aber ich würde jetzt auch nicht groß jammern, wenn es passieren würde, schließlich würde es hauptsächlich jene treffen, die sich selbst als links bezeichnen, aber einen ausgeprägten Hang zum Reglementieren (Regeln schaffen/verstärken/akzeptieren/einhalten/gutheißen/verantworten/billigen/weitertragen/u.Ä.] haben, andere Menschen vorverurteilen und im Allgemeinen dafür verantwortlich sind, daß “die Linke” an sich nur noch als intellektueller Bullschitt für derangierte Pseudoweltverbesserernasen ohne Fußhalt in der wirklichen Welt, aber dafür mit zahllosen Semestern über der Regelstudienzeit wahrgenommen werden. Kurzum: als überflüssig.

Was nun also ist “links”?

Ahhh, sehr gute Frage, oh verehrenswerte Stimme aus dem Off!
Linkszusein bedeutet sein Leben zu leben ohne die Regeln anderer als in Stein gemeißelt zu verstehen (oder die eigenen Regeln, wenns darum geht).
Linkszusein bedeutet einzusehen, daß das Leben anderer 1. nicht das Eigene ist und 2. man nicht das Recht hat, über die Lebensführung eines Anderen zu bestimmen, sowie 3. genausoviel wert ist, wie das Eigene, egal, ob der Andere arm, reich, schwarz, weiß, gelb, braun, rot, grün, doof, religiös (wiederum egal inwiefern), Atheist, arbeitslos, obdachlos, beziehungslos, würdelos, endlos langweilig, viel zu stressig, ehrlich, falsch oderoderoder ist. Außerdem ist es links all jenen zu trotzen, die im speziellen Punkt 3. der eben aufgestellten Liste aber auch 1. und 2. nicht akzeptieren können und sich dafür einsetzen, daß eben jene Einsichten sich nicht durchsetzen, obwohl sie notwendig sind, um miteinander leben zu können.
Auch heißt es zu akzeptieren, daß dennoch niemand “gleich”, sondern jeder “anders” ist und man trotzdem versuchen muss, daß jeder die Möglichkeit bekommt, so wie er (oder sie natürlich) will zu leben. Linkszusein bedeutet Menschen nicht nach ihrer Herkunft, ihrem Alter, ihrem Beruf, ihrer Lebensführung oder ihrem Geruch zu beurteilen. Aber das heißt nicht, daß man all das an Menschen gutfinden muss – man muss sie nur gleich behandeln und zwar von sich aus, ohne sich dazu zu zwingen. Weil es richtig ist. Und damit sind wir auch schon bei einem Punkt, den ich an der sogenannten Linken nicht verstehe: den Zwang, etwas “angemessen” auszudrücken, namentlich die allseits beschworene “political correctness” der dogmatischen Linken. Das fängt bei so einem Blödsinn wie dem schwachsinnigen “Innen”-Endungen an und hört bei Perversionen wie “mit migrantischen Hintergrund (was für meine Ohren wie eine ansteckende Krankheit klingt)” auf. Ist es rassistisch “da war so ein Schwadder” zu sagen? Und wenn ja warum? (und ich meine nicht die Theorie, die besagt, daß solche Ausdrücke Rassismus mitverursachen, sondern konkret warum? Da war ein Typ, den ich nicht kenne, wir haben uns nicht unterhalten/kennengelernt oder sonstwas, er war nur in irgendeiner Situation, von der ich erzähle im Mittelpunkt und weil ich seinen Namen nicht weiß, sondern nur ein Bild von ihm im Schädel meines Gegenübers erzeugen möchte, sag ich “ein Schwadder” oder “ein breiter Schwadder” oder sowas – wie ich “ein Bayer” sage, wenn jemand komisch redet oder “ein Bulle”, wenn er Uniform trägt… – ist es wirklich weniger rassistisch “ein Afrodeutscher [womöglich "mit migrantischem Hintergrund"]” zu sagen? Aber ganz ehrlich: ist sowas nicht einfach egal? Ich mein, am Ende geht es darum, ob Du einen Schwarzen genauso behandelst, wie Du es bei einem Weißen tust – wir nehmen heutzutage solche Begrifflichkeiten viel ernster als zum Beispiel, wie sich Menschen gegenüber einander verhalten. Ich kann mir vorstellen [bzw. habe auch schon derartige Erfahrungen gemacht], daß sich Leute, die auf politisch korrektes Vokabular bestehen, gegenüber Schwarzen, Asiaten oder anderen Menschen anderer Herkunft als der eigenen betont anders verhalten – was ich persönlich Rassismus nennen würde. Am Ende zählt nicht, wie wir von anderen reden, sondern wie wir mit ihnen umgehen.)

Aber wo war ich stehengeblieben? Pfft.
Linkszusein heißt:
- nicht “Bild” zu lesen (oder anderen Mist vom Springer-Verlach)
- Autorität (insbesondere von Staat, Polizei oder im Allgemeinen “Organisationen”) in Frage zu stellen
- den Eingriff von (siehe letzter Punkt) ins eigene Leben zu verhindern/ignorieren/blöd zu finden.
- and stuff (grad Besuch bekommen, ich höre auf

DISKUSSION IN DEN KOMMENTAREN (also ihr, ich geb mich mit derartigem Kleinkram nicht ab ;-) )

Und heute Abend?
www.wutzrock.de DRITTE WAHL (zu faul zum “linken”blöp)

ja, es gab da mal so ankündigungen (achtung in diesem beitrag wird kleingeschrieben) was themen, berichte etc. angeht… dann wurde das wetter gut…

zum glück bin ich bis heute niemals im besitz eines dieser widerwärtigen notebooks gewesen, weswegen ich – bei gutem wetter, körperlicher abwesenheit vom schreibtisch und ähnlichen zuständen – nicht immer in der lage bin, mein pensum hier zu erfüllen (was ja auch definitiv nicht sein muss, da ich – mangels der einführung eines bürgergeldes – hierfür nicht bezahlt werde… NOCH leben wir ja im kapitalismus.

DOCH bleibt mir schon zu sagen: die punisher-retrospektive via spoilerhell ist eigentlich fertig, aber noch nicht abgetippt; der richter ist so gut wie fertig; und so weiter…

und außerdem:

HAPPY DEAD JESUS DAY!

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