Das FantasyFilmFest (kurz:FFF) hat bereits seit einigen Jahren stark nachgelassen: um das spendable und anspruchslose, experimentierunfreundliche Eventpublikum, welches sich seit dem Horror-/Slasher-Revival und dem Comicverfilmungstrend für das FFF begeistern kann, in die Multiplextempel der Veranstaltungspartner zu lotsen, wurde das Programm stark auf die publikumsziehenden 08/15 Filmchen beschränkt. Die ungewöhnlichen Filme, die das FFF früher ausmachten, sind fast gänzlich verschwunden, stattdessen bekommen wir bereits veröffentlichte Videothekenhits, Serienkillerfilme en Masse und Cash-In-Horrorfilme, deren Gewöhnlichkeit nur durch die moderne Optik vertuscht werden soll. Kurz: die meisten Filme, die laufen, sind die 8 Euro, die für die Veranstaltung mittlerweile (in Hamburg) verlangt werden sicher nicht wert.
Der einzige Film, der mich dieses Jahr ins Kino lockte (und ich selbst habe ihn auch nur dank eines Freundes besucht) war schließlich der im Beitragsnamen genannte REDLINE, ein Science-Fiction-Anime vom angesehenen MADHOUSE Studio, in dem es grob um ein eher illegales, aber sehr populäres Autorennen geht, an dem so allerlei seltsame Gestalten teilnehmen. In den Nebenplotts finden wir noch so interessante Themenbereiche wie “Böses Cyborgimperium”, Wettmafia und natürlich (es ist ein japanischer Film) die absolute Leidenschaft der Kombattanten für ihren Sport.
Kein CGI, viel Fanservice, mehr als abgefahrene Animationssequenzen, kruder Humor und natürlich – zur Würze – japanische Theatralik und angemessene Beklopptheit: REDLINE ist ein herausragendes Beispiel japanischer Unterhaltungskunst, wer hierbei keinen Spaß hat, ist entweder ein Betonkopf oder befangen in Bezug auf japanischen Anime. Eine bessere Wahl für einen Besuch beim FFF diesen Jahres kann man eigentlich nicht treffen (und das behaupte ich aus Überzeugung, obwohl ich keinen der anderen Filme gesehen hab). Einziger Wermutstropfen: die englischen Untertitel sind nicht immer zu sehen (weiße Untertitelfarbe in Animes? Dämlich, nenn ich das), daher empfielt es sich, sich hauptsächlich auf das Bildliche zu konzentrieren, anstatt der Story zuviel Beachtung zu schenken (dann regt man sich nämlich über die untergehenden Übersetzungen auf). Da der Film jedoch den Großteil seines Humors über die Bilder transportiert, ist das nicht weiter tragisch.
Sollte das FFF noch in anderen Städten Station machen (und davon gehe ich mal aus), empfehle ich jedem geneigten Besucher jedenfalls REDLINE vorzumerken – mehr Spaß wird man dieses Jahr bei keinem anderen Film mehr haben können, das verspreche ich!
Für alle, die den Film bereits gesehen haben, empfehle ich übrigens außerdem den Genuss von TRAVA – Fist Planet vom gleichen Regisseur, der zwei Charaktere aus Redline bei anderer Arbeit zeigt. FANSUBS auf deutsch.
theohrt. Over & Out.